Sanierung eines Wohnhauses aus den 1960er Jahren

Tra vigne e monti

St. Michael, Eppan
2019 - 2020

Das freistehende Häuschen mit seinem Walmdach und der verschalten Dachuntersicht, mit den streng angeordneten weißen Kastenfenstern, dem groben Spritzputz mit Putzfaschen und der Sockelverblendung aus Porphyrquadern ist ein Bespiel für eine in dieser Gegend häufig anzutreffende Gebäudetypologie.

Das von einem Garten umrahmte Wohnhaus blieb über Jahrzehnte nahezu unverändert. Richtung Norden öffnet sich der Blick auf die Rebenlandschaft des Überetsch und die historischen Ortskerne mit den Berggipfeln im Hintergrund. Am südlichen Ende des Grundstückes wird das Wohnhaus über eine Zufahrtsstraße erschlossen. Ost- und westwärts gibt es neuere Wohngebäude.
Das Wohnhaus hatte ursprünglich im Erd- und Obergeschoss gleichartige Grundrisse, die als autonome Wohneinheiten funktionierten. Die Ansprüche der jungen Familie, die seit kurzem das Haus bewohnt, sind jedoch andere.

Die neuen Besitzer wünschten sich anstelle von zwei identischen Grundrissen großzügige Räume für das Familienleben im Erdgeschoss und Rückzugsräume im ersten Stock des Hauses. Licht, Großzügigkeit und viel Stauraum, sowie ein direkter Zugang zum Garten sollten beim Umbau den Ton angeben.

↓ Bauherrschaft

privat

↓ Planung & Bauleitung

Messner Architects

↓ Statik

Ing. Bernd Oberkofler

↓ Fotos

Karina Castro

Dem Wunsch nach Licht und Helligkeit wurde durch zwei Öffnungen in der Gebäudehülle Rechnung getragen: In der Nordfassade gibt es ein raumhohes Schiebeelement zum Garten hin, während sich Richtung Süden die Wohnräume über eine langgezogene fassadenbündige Fixverglasung zum Vorgarten hin öffnen. Die fließenden Raumfolgen im Erdgeschoss definieren sich durch ein einziges Einbaumöbel, das an seiner Außenseite zu Eingangsbereich, Küche und Wohnraum hin als Stauraum funktioniert und in seinem Inneren ein Bad beherbergt.

Von der Eingangstür erreicht man entlang des Möbels die Küche, wo der monolithische Küchenblock die zentrale Rolle übernimmt. Ein weiteres freistehendes Möbel grenzt den Essbereich zum Wohnzimmer ab. Der Wohnraum öffnet sich im Süden seitlich zu einer kleinen Stube mit Kachelofen und gepolsterter Sitzbank.

Im ersten Obergeschoss ist die Grundrisseinteilung im Wesentlichen erhalten geblieben. Von einem nun großzügigen zentralen Hauswirtschaftsbereich mit Multifunktionsmöbel erreicht man die umliegenden Zimmer und das Bad.

Ausschlaggebend für die Materialwahl, die Oberflächenhaptik und die Farbgebung in der Gestaltung war der Wunsch der Bauherren, massive Holzböden zu verwenden: Im Erdgeschoss weiß geölte, gebürstete Lärche, im Obergeschoss ebenso bearbeitete Fichte.

Ziel des Umbaus war es, eine maßgeschneiderte Antwort auf die Bedürfnisse einer Familie und ihres Alltags zu finden. Durch die Eingriffe verlor das Haus einen Teil seiner Strenge, aber nicht seine Wesenszüge und konnte so wiederbelebt werden.