Atelier für einen Künstler

20/A

Lana
2019 - 2021
↓ Bauherrschaft

Hannes Egger & Birgit Stimpfl

↓ Planung & Bauleitung

Messner Architects

↓ Statik

Ing. Arno Gadner

↓ Ansuchen, Kataster & Sicherheit

Geom. Doris Raffaelli

↓ Ausführung

Andreas Berger
Kaserer Holzbau
Elektro Margesin
Andreas Parth
Südtirol Fenster
Windisch & Flaatz
Mozzarelli G.M.
Günther Husnelder
Mair s.a.s.
Manfred Wieser
Günther Aufderklamm
eXakt Diamant s.n.c.

↓ Fotos

Karina Castro

↓ Presse
↓ Nominierungen & Preise

nominiert für den Südtiroler Architekturpreis 2022

Das Wohnhaus der Familie Egger liegt im historischen Ortskern von Lana. An seiner Westfassade wendet sich der dreigeschossige Bau einem kleinen Platz zu, der von reizvollem historischen Bestand umgeben ist. Wassily Kandinsky hielt bereits 1908 das Gebäude während eines Aufenthalts in einer Stadtansicht fest.

Heute leben Am Gries 20/A der Künstler Hannes Egger mit seiner Frau Birgit und ihrer Tochter Maya. Die beiden Obergeschosse des Hauses wurden vor etwa zehn Jahren als interne Konstruktion, als Haus im Haus, saniert und bewohnbar gemacht. Das Erdgeschoss, ursprünglich als Werkstatt genutzt, sollte nun in einem zweiten Bauvorhaben als Atelier wiedergewonnen werden. Das Haus Am Gries 20/A zeigt sich zum Platz hin mit unauffälliger Lochfassade, einem Satteldach und einem Rundbogentor. Die Ostfassade mit Holztreppe und Balkon wendet sich dem Garten zu und präsentiert sich dort von ihrer wohnlichen Seite.

Der Boden im Atelier wurde trockengelegt, gedämmt und mit einer Fußbodenheizung versehen. Die Gebäudehülle an der Innenseite wurde wie in den oberen Geschossen als hinterlüftete Holzständerbauweise ausgeführt. Eine zentrale Raumzelle mit innenliegendem Bad dockt im Norden an den Bestand an und ist an den übrigen drei Seiten als Stauraum mit Schubladen, Regalen und Schränken, sowie einem begehbaren Archiv frei zugänglich.

Entlang der Südseite gibt es eine kleine Küchenzeile mit mobilem Block. Um das Erdgeschoss mit mehr Tageslicht zu versorgen, wurde an der Ostfassade eine bestehende Toröffnung erweitert und durch eine großzügige Verglasung ersetzt. Zum Platz hin wurde das Holztor durch ein mit Kupferblech verkleidetes Türelement geschlossen. Die abgehängte Installationsebene, welche sich von der Garten- zur Hofseite zieht, funktioniert gleichzeitig als Beleuchtungselement. Von einem kleinen Zubau, dem ehemaligen Schweinestall, der nun als Werkstatt, Radunterstand und Lagerraum genutzt wird, gelangt man über eine neue Türöffnung ins Atelier.

Das Atelier für Hannes Egger ist ein Ort des Denkens und Werkens, des Rückzugs und des Austausches gleichermaßen. Rund um die zentrale Funktionszelle spannen sich Räume auf, die unterschiedliche Nutzungen zulassen, vom Ausstellen und Präsentieren, zum Arbeiten, Lesen und Experimentieren, bis hin zum Beisammensein und Feiern. Das Gebäude wirkt von außen nahezu unverändert und der Zeit überlassen, während in seinem Inneren eine Parallelwelt existiert - losgelöst vom unmittelbaren Kontext. Nur an einer Stelle holt der zufällige Blick auf das alte Mauerwerk das Atelier, den Künstler und seine Besucher zurück ins Haus Am Gries 20/A.